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Wenn Mitarbeiter kündigen 🏃🏻‍♀️‍➡️ - und was Sie dagegen tun können

  • Jörg Winter
  • 8. Mai 2025
  • 2 Min. Lesezeit

„Ich muss dir was sagen – mein Mann hat ein Jobangebot in Kanada. Und ich werde mitgehen.“

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Diese Nachricht bekam eine Unternehmerin im Jahresgespräch von ihrer langjährigen Stellvertreterin. Die beiden arbeiteten viele Jahre sehr vertrauensvoll zusammen, die Stimmung war gut – diese Entscheidung kam völlig überraschend.


Was war passiert?


Es hatte keine Anzeichen gegeben.


Die Unternehmerin wusste nicht, dass sich ihre Mitarbeiterin generell ein Leben im Ausland sehr gut vorstellen könnte. Sie wusste nicht, dass der Mann der Mitarbeiterin vorhat, auf der Karriereleiter ganz nach oben zu klettern.


Für die Unternehmerin hat nichts darauf hingedeutet, dass sie in naher Zukunft ohne ihre engste Mitarbeiterin dastehen würde.


Und nun das.


Was Sie beeinflussen können – und was nicht.


Fakt ist: Das Leben lässt sich nicht planen.


Wenn sich jemand verliebt, Kinder bekommt, einen Angehörigen pflegen muss oder eine neue Perspektive auftaucht, dann können Sie sich darauf kaum bis gar nicht vorbereiten.


Dennoch können Sie über die Lebensumstände Ihrer Mitarbeitenden informiert sein. Dafür braucht es Interesse am Leben ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dass Sie gut mit ihnen im Gespräch sind.


Nicht nur einmal im Jahr im Jahresgespräch. Sondern regelmäßig.


Sie können die Ohren spitzen, wenn Andeutungen gemacht werden. Sie können ehrlich wissen wollen, was im Leben ihrer Mitarbeitenden los ist. Und Sie dürfen mutig sein und nachfragen.


Wenn Mitarbeiter kündigen, dann meist nicht, weil sie etwas Neues wollen, sondern weil sie sich am jetzigen Arbeitsplatz nicht mehr wohlfühlen – und darauf können Sie Einfluss nehmen


Wenn es Dinge gibt, die schon lange nerven, aber nie angesprochen wurden. Wenn sich jemand mit seiner Leistung nicht gesehen fühlt. Oder wenn jemand das Gefühl hat, schlicht überlastet oder nicht genug gefordert zu sein, dann können Sie als Führungskraft etwas verändern.


Ihre Chance – nutzen Sie sie.


Führen Sie Gespräche, die mehr sind als ein Pflichttermin.


Gespräche, die nicht nach „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ klingen – sondern nach echtem Interesse.


Wie das geht? Besser fragen – früher verstehen.


Ich möchte Ihnen heute fünf Fragen mitgeben, die helfen können, frühzeitig ins Gespräch zu kommen – bevor es knirscht oder überraschende Entscheidungen auf dem Tisch liegen:


➡️ Gibt es etwas, das Sie sich im Arbeitsalltag anders wünschen würden?


➡️ Was läuft aus Ihrer Sicht besonders gut – und sollte unbedingt so bleiben?


➡️ Gibt es etwas, das Sie belastet – beruflich oder auch persönlich?


➡️ Fühlen Sie sich mit dem, was Sie bei uns leisten, gesehen und gebraucht?


➡️ Was müsste passieren, damit Sie sagen: Hier arbeite ich auch in zwei Jahren noch gern?


Solche Gespräche erfordern Offenheit – auf beiden Seiten. Und natürlich auch den Mut, Dinge anzusprechen, die unbequem sein können. Aber genau die machen einen Unterschied.


Gerade in Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, gewinnt etwas ganz bestimmtes enorm an Bedeutung:


Die Menschen zu halten, die bereits da sind.


Und das gelingt auch durch ehrliches Interesse am anderen.


Durch Gespräche, die nicht nur um Aufgaben und Abläufe kreisen, sondern auch um das, was im Leben gerade wichtig ist.


Nicht jede Veränderung lässt sich verhindern. Doch nicht jede Entscheidung muss eine Überraschung sein.


Herzliche Grüße


Jörg Winter

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