Auszeit in Namibia und ein Souvenir, das in keinen Koffer passt 🧳
- 12. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Wir sind zurück! 7 Wochen Namibia liegen hinter uns – und wollen Sie wissen, was wir am liebsten in unseren Koffer gesteckt und mit nach Hause genommen hätten?
Mal abgesehen von dem schönen Wetter natürlich? ☀️
Es ist kein Souvenir, das man anfassen kann, sondern eine ganz besondere Stimmung, die wir jeden Tag genossen und in uns aufgesogen haben. Es ist eine bestimmte Art, dem Leben und anderen Menschen zu begegnen.
Unser absoluter Herzensort in Swakopmund ist das Village Café.
Wir haben Ananda, die Besitzerin, und ihr Team viele Male erlebt: vor Weihnachten und Silvester, als das Café so voll war, dass die Menschen draußen Schlange standen.
Und nach Neujahr, als die meisten Urlauber wieder abgereist waren und es deutlich ruhiger wurde.

Eines blieb immer gleich: Wenn wir dort waren, haben Ananda und ihre Leute gestrahlt und uns signalisiert: Wie schön, dass ihr da seid! Und das war nicht nur bei uns so. Ananda hatte nicht nur ihre Gäste im Blick, sondern auch ihr Team. Mal zwinkerte sie einer Kollegin zu, mal drückte sie kurz einem Kollegen die Hand.
Sie war mit den Menschen im Kontakt und strahlte eine Freude aus, die ansteckend war.
Der Trugschluss unserer „deutschen Ehrlichkeit“
In Deutschland sind wir oft stolz auf unsere Direktheit und Ehrlichkeit. Wir glauben: „Wenn ich Sorgen habe, dann muss ich mich nicht verstellen. Es ist okay, wenn ich darüber spreche, worüber ich mir Sorgen mache, was mich nervt und man darf mir meinen Ärger auch anmerken.
So mancher denkt vielleicht sogar, er würde sich verstellen, wenn er ein freundliches Gesicht machen würde, während er doch Sorgen hat.
Aber ist diese „Ehrlichkeit“ nicht auch eine Falle?
Wir tragen unsere Sorgen, unseren Zeitdruck und unsere Ernsthaftigkeit oft wie einen Schutzschild vor uns her. Wir denken, wir müssen „echt“ sein – und zeigen deshalb unser angestrengtes Gesicht.
Doch in Wahrheit bauen wir damit Mauern auf. Wir signalisieren unserem Team und unseren Kund:innen: „Stör mich nicht, ich habe gerade andere Sorgen.“
Eine südafrikanische Philosophie: Ubuntu - „Ich bin, weil wir sind“
Ubuntu wird übersetzt mit Menschlichkeit oder Nächstenliebe.
Es bedeutet, dass man erst durch die Gemeinschaft, durch das Miteinander, wirklich zum Menschen wird.
Nicht nur Ananda und ihr Team im Village Café haben diese Philosophie gelebt, sondern viele Menschen, denen wir während unserer Zeit in Namibia begegnen sind.
Diese Freundlichkeit wirkte nicht gemacht oder aufgesetzt. Sie war einfach da.
Als wäre es selbstverständlich, dem Menschen gegenüber offen und zugewandt zu begegnen – ganz gleich, was einen selbst gerade beschäftigt.
➡️ Noch ein ganz besonderes Beispiel sind die besten Freunde meiner Tochter Christin und ihrem Mann Chris.
Natascha und Thimo sind sehr stolze Eltern von Alex, ihrem kleinen Sohn und wir hatten das Glück, die kleine Familie während unserer Zeit in Namibia etwas näher kennenzulernen.
Alex hat sich während der Schwangerschaft kerngesund entwickelt, doch dann erlitt er während der Geburt eine schwere Sauerstoffunterversorgung.
Es ist wirklich bemerkenswert, wie Natascha und Thimo das Schicksal angenommen haben und alles in ihrer Macht Stehende tun, um ihrem Sohn ein lebenswertes Leben zu ermöglichen.
Es war ein Geschenk für uns, mit Ihnen zusammen zu sein und zu erleben, wie fröhlich die Drei miteinander und uns gegenüber waren – trotz der großen Sorgen, die sie haben.
Wenn Sie gerne ganz im Zeichen von „Ubuntu“ mehr über die kleine Familie erfahren und sogar etwas spenden wollen, bitte klicken Sie hier:
Doch wie können wir nun alle ein klein wenig Ubuntu in unseren Alltag bringen?
1️⃣ Lassen Sie uns Freude zeigen: Erinnern wir uns daran, was wir an unserem Gegenüber gerne mögen, und genießen wir den Moment miteinander, den wir haben.
2️⃣ Holen wir unsere Gedanken zurück, wenn wir anfangen uns über die Zukunft Sorgen zu machen oder uns über die Vergangenheit zu ärgern. Wir können nur aus der Vergangenheit lernen und JETZT den Moment gestalten. Die Zukunft kommt nie.
3️⃣ Lassen Sie uns öfter miteinander lachen. Und wenn es nichts zu lachen gibt, dann eben ohne Grund.
4️⃣ Und lassen Sie uns öfter Pausen machen. Ein Kaffee im Stehen mit einem bewussten Blick aus dem Fenster. Nicht erst wenn der Akku leer ist, sondern damit er voll bleibt.

Mich würde interessieren: Wo in Ihrem Alltag fällt es Ihnen besonders schwer, das „ernste Gesicht“ abzulegen? Und was wäre Ihre kleinste Auszeit für heute?
Schreiben Sie mir gern – ich freue mich sehr darauf, von Ihnen zu hören.
Herzliche Grüße, Ihr
Jörg Winter

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